AQUARELL-Materialinfo

 

WELCHES MATERIAL BENÖTIGT MAN IN DER AQUARELL-MALEREI?

Zum Arbeitsmaterial wäre zu sagen, dass unbedingt auf QUALITÄT geschaut werden soll - oft ist weniger mehr!

M A L G R U N D

Der traditionelle Bildträger (so heißt jeder Untergrund für ein Gemälde) zum Aquarellieren ist weißes oder leicht getöntes Aquarellpapier, das durch die transparente Farbe hindurchscheint und dem Aquarell seine charakteristische Leuchtkraft verleiht.

Es gibt viele Papiere auf dem Markt, allen sind aber 2 Dinge gemein:
  • alle werden in 3 verschiedene Oberflächen-Beschaffenheiten und
  • nach Gewicht eingeteilt (das Gewicht gibt Aufschluss über die Dicke des Papiers).

Das Gewicht von Aquarellpapieren errechnet sich nach Gramm Papier pro Quadratmeter (zwischen 150g und 600g). Aber aufgepasst: je dünner das Papier, desto mehr wellt es sich!

Die Oberflächen sind: matt, rauh, extrarauh. Rauhes Papier ist das meistverwendete Papier und für Anfänger gut geeignet.

Jeder muss für sich ausprobieren, welches Papier gewichtmäßig am ehesten zusagt. Anfangs verwendet man Papiere zwischen 200g und 300g in unterschiedlichster Struktur verwendet. Doch wenn man "auf den Geschmack gekommen" ist, wechselt man sicher zum qualitativen Papieren, z.B. der Firma Fabriano ab 300g mit rauher Oberfläche.

Aquarellpapier bekommt man in allseitig verleimten Blocks oder in Einzelblättern im Fachhandel zu kaufen. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und hervorragend für das Arbeiten zu Hause sowie unter freiem Himmel geeignet. Ist das Bild fertig, braucht es nur noch zu trocknen und man kann das oberste Blatt abziehen (mit einem Brieföffner oder einem Messer) und anschließend auf dem darunterliegenden weiterarbeiten. Einzelblätter müssten fixiert werden - dazu müssen beide Seiten völlig mit Wasser durchtränkt und mit einem Kreppband auf ein Zeichenbrett geklebt werden; über Nacht trocknen lassen, damit es vor Malbeginn straff gespannt ist. Dazu benötigt man eine Unterlage und Klammern.

Auch die Formatgröße wählt jeder nach Sympathie. Meistens ist das Papier zu klein ;-))

F A R B E N

Sehr vom Vorteil sind 2 Malkästen - einen für "warme" und den zweiten für "kalte" Farben. Wichtig wäre auch zu erwähnen, dass die jeweiligen Farben immer dieselbe Anordnung haben, da es beim Malen sehr wichtig ist, seine gewünschte Farbe sofort zu finden. Eine große Hilfe dazu kann ein "Farbschema-Blatt" sein - das ist eine Übersicht mit den Aquarellfarben und den dazugehörigen Namen (ist auch für den späteren Nachkauf der Farbe sehr brauchbar). So weiß man immer, wie die Farbe auf dem Papier aussieht (was in den Näpfchen nicht immer der Fall ist).

Ich probiere auch auch immer wieder andere Farben aus (zuerst einmal halbe Näpfchen kaufen), um neuen Schwung in die Palette zu bringen. Von oft verwendeten Farben sollte man große Näpfchen oder Tuben kaufen. Ich verwende zu 99 % Farben der Firma Schmincke.

Auch Deckweiß ist wichtig - für einen gewünschten Effekt, ansonsten ist sie als Aquarellfarbe NICHT geeignet, da sie "deckend" ist. Mischt man Aquarellfarbe mit Deckweiß, erhält man undurchsichtige oder halbtransparente Farben - eine sanfte und feinere Art von Gouachefarbe. Schöner ist jedoch eine transparente leuchtende Farbe! AUSSERDEM: das Aquarellpapier sollte das einzige Weiß sein. Zum Aufhellen einer Farbmischung verwendet man Wasser (und nicht weiße Farbe!). Wenn eine Fläche rein weiß sein soll, so muss man sie beim Aquarellieren aussparen.

P I N S E L

Auch hier sollte auf keinem Fall gespart werden. Ich arbeite vorwiegend mit Rotmarder-Pinsel, welche am besten für die Aquarellmalerei geeignet sind. Sie nehmen die Farbe sehr gut auf und sind geschmeidig. Sie bilden eine feine Spitze aus und können sowohl für feine Details wie für breitflächige Lavierungen benutzt werden.

Hier einige Pinsel, die mir wichtig erscheinen bzw. ich selbst verwende:
  • Rundhaarpinsel haben eine feine Spitze und können je nach Größe für Details oder auch für Lavierungen verwendet werden, da sie sehr viel Farbe aufnehmen können. Meine bevorzugte Stärke für Lavierungen ist 30. Daneben habe ich noch Größen zwischen 2 und 22.
  • Fächerpinsel sind spitzenmäßig zum Spritzen geeignet - für Effekte.
  • Mit dem chinesischen Pinsel kann man gut experimentieren - mit Aquarellfarbe oder auch mit Tusche.
  • Mit dem Schlepper gelingen gleichbleibend dünn gezogene Linien!
  • Flachpinsel verwende ich v.a. für Auswaschungen (v.a. für die dünnen Striche - z.B. Stengel bei einem Blumenstrauß).
TIPP: Für Lavierungen immer genug Farbe mit Wasser anrühren, damit mitten im Lavieren die Farbe nicht ausgeht!
WICHTIG für die PINSELPFLEGE
  • Pinsel müssen vollkommen trocken sein, bevor man sie weglegt, da sie sonst schimmeln könnten.
  • Pinsel immer sauber halten und Farbreste an der Zwinge vermeiden (harte Farbreste spreizen den Pinsel und verderben die Spitze.
  • Die Pinsel stets aufrecht lagern (niemals mit den Haaren nach unten in einem Glas stehen lassen!).
  • Die Pinsel sollten geschützt sein, damit sie lange halten (somit die Schutzhüllen, die meist bei einem neuen Pinsel mit dabei sind, nicht wegschmeißen!!). Zum weiteren Schutz habe ich eine Art Bambus- oder Bastmatte eingerollt (habe ich in einem China-Restaurant bekommen - chin. Kalender schauen so aus ;-))
  • Alte Pinsel NICHT wegwerfen!!! Sie können für ganz interessante Effekte verwendet werden! Auch alte Zahnbürsten könnten die Phantasie anregen.



H I L F S M I T T E L

  • Weiterhin werden Bleistifte benötigt ( HB und 2B oder auch weicher; ich verwende eigentlich zu 90 % einen Minenbleistift mit der Stärke HB) ist zum Vorzeichnen sehr wichtig.

    Achtung! Zu harte Bleistifte hinterlassen Rinnen im Papier und später würde sich in diesen Rinnen Aquarellfarbe ansammeln (absichtlich ist's o.k., aber sonst wäre es störend). Ein zu weicher Bleistift verschmiert beim Vorzeichnen sehr leicht!
  • Ich verwende manchmal sogar Aquarellstifte zum Vorzeichnen - diese binden sich wunderschön in das Bild mit ein. Ein weiterer Vorteil verbirgt sich hier: die Farbe der Skizze ist gleich der späteren Aquarell-Farbe sowie die Möglichkeit, dass auch Farbflächen für das spätere Lavieren damit angedeutet werden können.
  • Zum Radieren ist am besten ein sogenannter Knetgummi geeignet, da er auf der empfindlichsten Oberfläche des Papiers relativ wenig Schaden anrichtet, außerdem hinterlässt er "keine Spuren" (d.h., er bröselt nicht).
  • Für das Malwasser werden Behälter gebraucht - dies können ganz normale Marmelade- oder Gurkengläser sein (ich persönlich brauche "relativ" große Gurkengläser). Davon brauchst du mind. 2-3 Stück, denn ein klares Wasser verspricht auch leuchtende Farben. Ist dein Malwasser trübe verschmutzt, so ist auch deine Farbe "schmutzig".

    Darum: wechsle sehr oft das Wasser!
  • Neben diesen Wassergläser habe ich auch eine kleine Sprühflasche (solche verwendet man als Haarspray). Sie dient zum Befeuchten des Papiers, aber auch wenn man ein paar Spritzer direkt auf die Farbe spritzt, können schöne Überraschungen entstehen. Wenn man im Gelände malen möchte, dann nimmt man am besten eine verschließbare Wasserflasche mit.
  • Ein Naturschwämmchen, um das Papier anzufeuchten oder Stellen abzuwischen ist ebenfalls sehr wichtig. Ihn kann man auch für interessante Textur verwenden, indem man ihn in Farbe und anschließend auf das Papier aufdrückt (z.B. für ein Blattwerk eines Baumes).
  • Baumwolltücher/Maltücher sind ein Muss bei der Aquaellmalerei.
  • Auch Taschentücher sind sehr wichtig! Diese verwendet man zum Auswischen von zu viel Farbe - um einen Fehler auszubessern oder auch absichtlich, wenn man schöne Wolken am Himmel auf das Papier bringen möchte. Wenn du das Papiertaschentuch oder z.B. ein Papierstück zerknüllst und es mit Farbe am Papier tupfst, dann ergibt sich auch eine überraschende Textur.
  • Abdeck- oder Maskierflüssigkeit verwendet man, wenn kleine Bereiche weiß bleiben sollen.
  • Tusche kann auch ein ganz interessantes Medium in Verbindung mit Aquarell sein.   



S O N S T I G E S

  • Große Mappe für Papier
  • Hocker fürs Gelände
  • Fotoapparat als modernen Skizzenblock
  • Schere, Messerchen, evtl. einen Brieföffner (wenn man einen allseitig verleimten Block verwendet)
  • Wattestäbchen, Alufolie ... und viele Ideen zum Experimentieren :-))
  • Das ALLERWICHTIGSTE: VIEL FREUDE !!

 

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